Dominik
Der Typ hinter SEEHUNDWarum ich Hundetrainer geworden bin
Seit über zehn Jahren gehören Hunde zu meinem Leben. Dass ich irgendwann selbst als Hundetrainer arbeiten würde, war allerdings nicht unbedingt der ursprüngliche Plan. Dafür brauchte es erst einmal einen Hund namens Buddy.
Buddy ist ein Foxred Labrador aus der Arbeitslinie – wuselig, außenorientiert, reaktiv und ausgestattet mit ordentlich Energie. Kurz gesagt: ein Hund, bei dem man sich als Halter irgendwann fragt, ob man eigentlich noch spazieren geht oder bereits an einem persönlichen Fitnessprogramm teilnimmt.
Nina, meine Frau, bekam Buddy als Welpen – ausgerechnet kurz vor Corona. Eine denkbar ungünstige Zeit für einen jungen Hund und seine Erziehung. Hundeschulen mussten schließen oder waren nur noch online erreichbar. Genau in der Phase, in der Buddy konsequente Führung, Umweltreize und möglichst viele gute Erfahrungen gebraucht hätte, saßen wir im Lockdown. Kurz darauf kam auch ich zum Rudel.
Buddy entwickelte sich zu einem hervorragenden Leinenpöbler und jagte begeistert allem hinterher, was sich auch nur ein bisschen schneller bewegte. Bei 35 Kilogramm geballter Muskelmasse kam irgendwann auch ich an meine Grenzen.
Wir probierten vieles aus: unterschiedliche Trainingsansätze, verschiedene Trainer und diverse Hilfsmittel. Doch so richtig wollte nichts funktionieren. Im Gegenteil – wir waren irgendwann an dem Punkt, an dem wir uns ernsthaft fragten, wie das mit Buddy eigentlich noch weitergehen sollte.
Dann kam der letzte Versuch: eine neue Hundeschule.
Und dieser Versuch veränderte alles.
Zum ersten Mal hatten wir jemanden vor uns, der den Hund verstand, den Menschen verstand und wusste, wie man mit einem Hund wie Buddy arbeitet. Keine pauschalen Lösungen, kein „Das müssen Sie einfach konsequenter machen“, sondern echtes Verständnis dafür, warum Buddy sich so verhielt, wie er sich verhielt – und was wir als Menschen tun konnten, um ihm Orientierung zu geben.
Die Wende war geschafft.
Seitdem sind inzwischen fünf Jahre vergangen. Fünf Jahre, in denen ich unglaublich viel gelernt, ausprobiert, hinterfragt und mein Wissen stetig erweitert habe. Ich habe eine professionelle Ausbildung zum Hundetrainer absolviert und konnte bereits viele Mensch-Hund-Teams bei ganz unterschiedlichen Herausforderungen begleiten.
Dabei ist mir eines besonders wichtig geworden:
Ich möchte nicht einfach erreichen, dass ein Hund funktioniert. Ich möchte, dass Menschen ihren Hund verstehen.
Denn hinter vielen Problemen steckt mehr als nur ein unerwünschtes Verhalten. Warum reagiert mein Hund so? Was versucht er mir gerade zu sagen? Was kann ich verändern, damit er sich besser orientieren kann? Und vor allem: Was kann ich als Halter tun, damit aus Alltag wieder gemeinsamer Spaß wird?
Leider erlebe ich immer wieder, dass bei schwierigeren Fällen schnell das Handtuch geworfen wird. Genau das möchte ich anders machen.
Mein Ziel als Hundetrainer ist es, Wissen nachhaltig und verständlich zu vermitteln. Ich möchte euch nicht nur zeigen, was ihr tun könnt, sondern vor allem warum es funktioniert.
Denn Hundetraining sollte keine endlose Aneinanderreihung von Übungen sein. Es sollte euch und eurem Hund helfen, ein besseres Team zu werden.
Ihr sollt euren Hund verstehen, ihm Sicherheit und Orientierung geben können – und vor allem wieder Freude daran haben, gemeinsam unterwegs zu sein.
Und Buddy?
Der ehemalige Leinenpöbler und passionierte Bewegungsjäger ist mittlerweile ein großartiger, treuer Begleiter. Er kommt gerne mit, ist mitten im Alltag angekommen und unterstützt mich heute sogar tatkräftig beim Training mit anderen Hunden.
Wenn mir damals jemand erzählt hätte, dass genau dieser Hund einmal mein wichtigster Lehrmeister und letztlich der Grund dafür sein würde, dass ich Hundetrainer werde – ich hätte ihm vermutlich geglaubt.
Vielleicht hätte Buddy ihn dabei allerdings erstmal lautstark an der Leine begrüßt.
